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Jeder hat schon einmal etwas von Versiegelungen
gehört. Parkettböden werden versiegelt, Autolacke auch usw.
Alle diese Versiegelungen dienen dem Schutz vor äußeren Einflüssen,
wie Sonne, Regen oder Schmutz. Die Fissurenversiegelung der
Zähne dient zum Schutz vor Karies. Denn Fissuren sind
ideale Eintrittspforten für die Auslöser von Karies: -
Bakterien!
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Fissuren - Abflußkanäle des
Zahnes |
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Betrachtet man
einen Zahn von oben, sieht man auf die Kaufläche. Die heißt
zwar so, ist aber keine Fläche, sondern erinnert eher an ein
Gebirgsmassiv. Berge und Täler, Muren und Flüsse kann man sich
dort vorstellen. Die Fissuren sind kleine Rillen,
die zwischen den Höckerabhängen liegen. Sie sorgen zusammen
mit dem Speichel dafür, daß die Nahrung zwischen den Zähnen
hindurch leichter zur Wange oder zur Zunge hin gepreßt
wird. Das schafft Platz für noch nicht zerkleinerte Speisenanteile.
Warum sind Fissuren nun so beliebt bei Bakterien?
Das liegt an den unterschiedlichen Formen der Fissuren. Einige
sind flach wie ein breites Bachbett, andere aber keil- oder
flaschenhalsförmig. Die beiden letzten Formen sind die, die
häufig Probleme machen. Denn sie können durch die Borsten der
Zahnbürste nur schwer oder gar nicht gereinigt werden. Das heißt,
daß Bakterien und Substrate (Zucker) in den Fissuren bleiben.
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Die Bakterien
ernähren sich von dem Zucker und scheiden Säuren
aus. Die Säuren greifen den Zahnschmelz an und zerstören ihn.
Die Bakterien graben sich auf diese Weise immer weiter in die
Tiefe, bis sie zum Dentin kommen. Dort angelangt, ernähren sie
sich nicht nur von Zucker, der in flüssiger Form bis zu den
Bakterien gelangt, sondern auch vom Dentin.
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Denn
Dentin besteht nicht
wie Schmelz vorwiegend aus Kalk, sondern aus
einer Mischung aus Kalziumkristallen und kollagenen Fasern,
also Bindegewebe. Durch spezielle Enzyme der Bakterien können
diese die Fasern auflösen und verdauen. Die weiter ausgeschiedenen
Säuren lösen wiederum die Kalziumkristalle auf. - Das Dentin
wird weich, - Karies ist entstanden. |
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Was hat das nun
mit einer Füllung zu tun? |
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Um es gar
nicht so weit kommen zu lassen, läßt man bei kariesfreien Zähnen
einfach etwas dünnfließenden Kunststoff in die Fissuren laufen. Bakterien können
dann nicht mehr in die Rillen eindringen und die schon drin
sind, verhungern einfach.
Falls schon erste Anzeichen einer Fissurenkaries zu sehen sind, also
dunkle Verfärbungen oder vereinzelte, winzige Löcher, muß den Bakterien die
Möglichkeit genommen werden, sich weiter in den Fissuren einzunisten. Der Zahnarzt
macht also alle Fissuren flach. |
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Hierzu werden
sie mit einem winzigen Bohrer leicht geweitet und dann mit einem
speziellen Kunststoff gefüllt. Das dauert nicht lange und tut
meist nicht mal weh. Vorausgesetzt, es ist noch nicht zu spät.
Aber auch dann, wenn sich die Bakterien schon ein wenig in die
Tiefe gearbeitet haben, ist es noch möglich, um eine konventionelle
Füllung herumzukommen. Hierzu werden die Fissuren mit einem
größeren Bohrer so weit aufgeschliffen, daß die Fissurenkaries
entfernt werden kann. Dies nennt man dann "erweiterte
Fissurenversiegelung".
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Die Fissurenversiegelung beugt
bei frisch durchgebrochenen Zähnen der Fissurenkaries vor. Bei
schon verfärbten Fissuren kann der Kariesbefall
schnell und ohne große Mühen gestoppt werden. Bei einer schon
fortgeschrittenen Fissurenkaries gibt es noch Möglichkeiten,
eine komplette Füllung zu vermeiden.
Die Behandlung ist eine präventive Maßnahme, wenn noch keine
Karies vorhanden ist. Gleichzeitig aber auch eine schonende
Gegenmaßnahme, wenn erste Anzeichen einer Fissurenkaries zu
sehen sind. Dies kann aber allein Ihr Zahnarzt sicher beurteilen.
Und das natürlich nur, wenn Sie Ihn regelmäßig aufsuchen.
Aber Achtung: Fissurenversiegelungen werden
nur bei Kindern und Jugendlichen von den gesetzlichen Krankenkassen
übernommen. Alle die älter als 18 Jahre sind müssen
dies nach dem Willen der Krankenkassen selbst bezahlen.
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