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Die Fluorprophylaxe bei Kindern ist seit
Jahren das Mittel der Wahl, wenn es um Kariesvorbeugung
geht. Bei richtiger Anwendung ist sie so effektiv wie einfach,
schmerzlos und sinnvoll. In der letzten Zeit kommt sie zunehmend
ins Kreuzfeuer der Kritik.
Schlagwörter wie Fluorose, Fluorvergiftung usw. werden immer
öfter von den Medien entdeckt und tragen zur allgemeinen
Verunsicherung bei. Eine objektive Betrachtung der Fluorprophylaxe
finden Sie hier.
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Wie
wirkt Fluor bei Kindern? |
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Wir Erwachsenen
sind es gewohnt, unsere Zähne beim Putzen mit einer fluorhaltigen
Zahncreme zu härten. Seit Jahren hören wir, daß Fluor einer
der wichtigsten Bausteine zur Kariesprophylaxe ist. Aber
warum bekommen Kinder Fluor dann in Tablettenform? Reicht
denn hier das Putzen alleine nicht aus?
Die Entwicklung der Milch - und Ersatzzähne fängt schon im Mutterleib an. Bei der Geburt
sind die ersten Zähne teilweise schon so weit entwickelt, daß sie nach ca. einem halben
Jahr an die Oberfläche kommen. Mit 6 Jahren kommen die ersten bleibenden Zähne und mit
12 Jahren sind alle Zähne, außer den Weisheitszähnen, im Mund vorhanden.
Solange die Zähne im Knochen sind, kommt Fluor aus der Zahnpasta
nicht an die Zähne heran. Also muß es auf eine andere Weise
zu den Zahnkeimen gebracht werden, denn dort werden die
Zähne "zusammengebaut".
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Alle
Milchzähne!
Die bleibende Zähne sind vor dem Durchbruch in
den Mund noch im Knochen. |
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Das kann nur
durch den Blutkreislauf geschehen. Aus diesem Grund wird
Fluor gerne vom ersten Tag an in Tablettenform verabreicht.
Es ist aber auch im Speisesalz, in Babynahrung und in verschiedenen
Mineralwässern enthalten. Das Fluor gelangt so in den Körper,
und der nimmt sich davon soviel er braucht. Fluor ist nicht
nur für die Zähne wichtig. Es wird auch in den Knochen eingebaut,
um diesen hart zu machen.
Nun kommt das Fluor zum Zahnkeim. Dort arbeiten bestimmte Schmelzbildungszellen daran, aus
Kalzium das Hydroxylapatit zu machen. Dazu bauen sie aus dem Kalzium eine spezielle
Kristallstruktur zusammen. Ähnliches kann man in der freien Natur sehen. Dort gibt es den
groben, porösen Kalkstein, aber auch fast gläsern wirkende Kristalle.
Zusammen mit Fluor, können die Zellen jetzt Fluorapatit bilden. Diese Kristallform ist
größer als Hydroxylapatit und aufgrund dessen später für Säuren schwerer aufzulösen.
Die Größe der Schmelzkristalle ist der Trick bei der Kariesprophylaxe mit Fluor. |

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Bis vor wenigen Jahren,
war die systemische Fluorprophylaxe durch Tabletten das Mittel
der Wahl für einen effektiven Kariesschutz bei Kindern und
Jugendlichen. Da aber heute in vielen Lebensmitteln Fluor
enthalten ist, wird die lokale Prophylaxe durch fluoridhaltige
Zahnpasten in letzter Zeit höher bewertet.
Schädlich ist Fluor, wenn es zur kurzen oder dauerhaften Überdosierung
kommt. Dann kann sich die positive Wirkung des Fluors in ihr
Gegenteil wandeln - es kommt zur Fluorose. Der Schmelz
wird bei einer leichten Fluorose weißliche Flecken oder Streifen
bekommen. Die sehen zwar unschön aus, sind aber noch nicht
weiter besorgniserregend.
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Bei der schwereren Form der
Zahnfluorose, können regelrechte Löcher entstehen. Die äußere Schicht des Schmelzes
ist an einigen oder mehreren Stellen kreidig-porös verändert. Im schlimmsten Fall, geht
der gesamte Zahnschmelz mit der Zeit verloren. Er bröckelt regelrecht vom Zahn ab.
Diese Veränderungen treten aber erst auf, wenn der Zahn den schützenden Knochen
durchbrochen hat und an die Oberfläche kommt. |
| Bild: Elmex-Forschung |
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Warum ist das so?
Die schmelzbildenden Zellen der Zahnkeime werden durch zuviel
Fluor in ihrer Produktion gehemmt. Zusätzlich sinkt das Angebot
an Kalzium, dem Baustoff des Zahnes, kurzfristig ab. Die Folge
ist ein poröser, kreideartig veränderter Schmelz. Ob der ganze
Schmelz betroffen ist, oder nur kleine Areale davon, hängt
von der Dauer der überhöhten Fluorkonzentration
ab.
Fehlt der schützende Zahnschmelz, liegt die zweite Schicht
des Zahnes frei - das Dentin. Bakterien können so ungehemmt
das zellreichere Dentin angreifen, - Karies droht. Um das
zu verhindern, müssen die betroffenen Zähne behandelt werden.
Wenden Sie sich in solchen Fällen möglichst bald an Ihren
Zahnarzt.
Das ist natürlich nur ein kleiner Abriß zur Entstehung der
Fluorose. Er genügt aber um den Zusammenhang zwischen Fluor,
Schmelzbildung und Fluorose zu verstehen. Wenn Sie eine genauere
Erklärung wünschen, finden Sie auf der DENTOMANIA
- Literaturseite einige Buchvorschläge. Oder wenden Sie
sich direkt an uns.
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Wie kann Fluorose
vermieden werden? |
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Zur Tablettenfluoridierung
von Kindern und Jugendlichen beachten Sie bitte folgende Dosierungen.
Die angegebenen Werte richten sich nach der Fluorkonzentration
im Trinkwasser oder Mineralwasser. Den tatsächlichen Wert
erfahren Sie von Ihrem örtlichen Wasserwerk.
Die Werte sind in Milligramm angegeben.
Alter |
Fluoridkonzentration im Trinkwasser
in mg / l
|
|
<
0,3 |
0,3
- 0,7 |
>
0,7 |
| 0
- 6 Monate |
- |
- |
- |
| 6
- 12 Monate |
0,25 |
- |
- |
| 1
- unter 3 Jahre |
0,25 |
- |
- |
| 3
- unter 6 Jahre |
0,50 |
0,25 |
- |
| >
6 Jahre |
1,0 |
0,5 |
- |
| Nach Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für
Zahn,-Mund-und Kieferheilkunde vom 27.3.2000 |
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Zur häuslichen Kariesprophylaxe
sollte bis zum Alter von 6 Jahren eine Kinderzahnpasta verwendet
werden. Der Fluoridgehalt kann dabei zwischen 0,025% und 0,05%
schwanken. Achten Sie darauf, daß nicht zuviel von der Zahncreme
verschluckt wird. Besonders dann, wenn Sie die Tablettenprophylaxe
anwenden.
Prüfen Sie bei Ihrem Mineralwasser die Inhaltsanalyse.
Dort ist der Fluoridgehalt des angegeben.
Bei Säuglingen kann es ab einer Mengen von 1mg/Tag, bei Kindern
mittleren Alters ab 3mg/Tag, später zu einer Fluorose kommen.
Weiterhin ist in manchen Babynahrungen und im Speisesalz Fluor
enthalten. Achten Sie deshalb bei solchen Produkten immer
auf die enthaltenen Zusätze. Die kombinierte Verwendung von
Fluortabletten, fluoridiertem Speisesalz und stark fluorhaltigem
Mineralwasser ist nicht empfehlenswert.
Fertigen Sie zusammen mit Ihrem Kinderarzt oder Zahnarzt vor
Anwendung der Tablettenfluoridierung eine Fluorübersichtstabelle
an. Notieren Sie alle Nahrungsmittel die Fluor enthalten mit
ihren Konzentrationen. Danach entscheidet der Arzt welche
Prophylaxe in Ihrem Fall die sinnvollste ist.
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Fluor
ist zur Vermeidung von Karies unbedingt erforderlich. Da aber
in vielen Nahrungsmitteln Fluor enthalten ist, ist die Gefahr
der Überdosierung groß. Dabei fällt es oft nicht leicht den
Überblick zu behalten.
Als Faustregel kann gelten: Je weniger Mineralwasser Sie trinken
und je weniger fluoridiertes Speisesalz Sie verwenden, desto
sinnvoller kann die Tablettenfluoridierung sein. Klären Sie
das aber im Einzelfall unbedingt mit Ihrem Zahnarzt oder Kinderarzt
ab. |
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