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Formen der Parodontitis

 

Die Parodontitis kann viele unterschiedlichen Formen haben, die nicht nur auf schlechte Mundhygiene zurückzuführen sind. Da eine ausführliche Beschreibung jeder einzelnen Form und Unterform hier zu weit führen würde, beschränken wir uns auf die wichtigsten.

 

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Die Erwachsenenparodontitis (AP)

Die Erwachsenenparodontitis ist mit 95% der Fälle die am häufigsten auftretende Form. Sie betrifft meist Menschen ab dem 35. Lebensjahr, bleibt aber lange unerkannt. Das liegt an dem relativ unauffälligen Verlauf, der zwar in der akuten Phase mit eitrigen Entzündungen einhergeht, in der Ruhephase aber kaum Beschwerden bereitet. Der Verlust des Zahnhalteapparates geht langsam aber stetig voran.

Nicht alle Zähne sind gleich stark betroffen. Die Backenzähne (Molaren) im Oberkiefer und Schneidezähne sind häufiger betroffen als die restlichen Zähne. Bei der Diagnosestellung findet der Zahnarzt meist erhebliche Mengen an Plaque, also bakteriellem Zahnbelag. Häufig findet sich neben der Parodontitis auch eine chronische Gingivitis, was bei starken Belägen nicht überrascht.

Die Zahnfleischtaschen sind teilweise sehr tief, - in ihnen finden sich harte Beläge (Konkremente), die an der Zahnwurzel haften. Die Behandlung der Erwachsenenparodontitis sollte bei Erkennen bald beginnen, der Erfolg jeweils im Abstand von 3 Monaten kontrolliert werden.

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Rasch fortschreitende Parodontitis (RPP)

Diese Form befällt in rascher Folge viele Zähne kurz hintereinander oder gleichzeitig. Sie beginnt meist zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr und betrifft Frauen häufiger als Männer. Die Symptome ähneln der einer Erwachsenenparodontitis, sind episodenhaft, aber im Verlauf schwerer. In den akuten Phasen bilden sich in kurzer Zeit tiefe Taschen (bis zu 10mm), die stark entzündet sind und Eiter entleeren. Während weniger Wochen oder Monate kommt es zum massiven Knochenverlust.

Die Ruhephasen, in denen die Gingiva weniger entzündet ist und der Knochenabbau stagniert, sind unterschiedlich lang. Die auslösende Ursache sind besonders aggressive Bakterienstämme, die in der akuten Phase in großer Zahl vorkommen. Die RPP stellt etwa 5% aller Formen dar und führt im Vergleich zur AP erheblich schneller zum Zahnverlust. Die Erkrankung tritt zwar familiär gehäuft auf, eine genetisch erbliche Komponente konnte aber bislang nicht bewiesen werden.

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Lokalisierte Juvenile Parodontitis (LJP)

Die LJP tritt meist zwischen dem 12. und 20. Lebensjahr auf, beginnt aber in der Regel in der Pubertät. Auch hier sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Sie tritt aber sehr selten auf - Häufigkeit 0,1% aller Formen. Typisch ist der Befall der 6-Jahres-Molaren und der oberen mittleren Schneidezähne. Meist sind rechte und linke Seite gleich stark betroffen. Häufig fehlen Entzündungszeichen der Gingiva und der für andere Formen typische bakterielle Zahnbelag (Plaque).

Auch hier lassen sich aggressive Bakterienstämme nachweisen, die für ein rasches Fortschreiten der Krankheit verantwortlich sind. Weiterhin läßt sich eine Funktionsstörung bestimmter Zellen des Immunsystems belegen. Die Gründe für die strenge Lokalisation der Knochendefekte sind unklar. Unbehandelt kann sie aber schnell zum Zahnverlust führen. Dies ist um so wichtiger, da die LJP meist nur zufällig diagnostiziert wird. Eine familiäre Häufung ist wahrscheinlich.

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Fazit

 

Die häufigste Form der Zahnbetterkrankungen ist die Erwachsenenparodontitis. Sie kann jahrelang unbemerkt bleiben, aber gravierende Schäden am Zahnhalteapparat auslösen. Die anderen Formen sind zwar seltener, treten aber massiv in Erscheinung und können in kurzer Zeit zum Zahnverlust führen.

Die rasch fortschreitende Parodontitis kann alle vorhandenen Zähne befallen und im Extremfall so große Schäden anrichten, daß eine prothetische Versorgung des Restgebisses erforderlich werden kann. Sie hat zwar vorwiegend bakterielle Ursachen, die trotzdem sehr oft vorhandenen Beläge können den Verlauf der Krankheit aber nochmals beschleunigen. Die Lokalisierte Juvenile Parodontitis tritt glücklicherweise nur selten auf.

In allen Fällen sollte auf eine ausreichende Mundhygiene geachtet werden, um diese Erkrankungen weitgehend zu vermeiden.

 

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