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Fluortabletten: Nicht für jedes Kind
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In einer Pressekonferenz der Bundeszahnärztekammer
(BÄZK) in Berlin sprach sich der Vorsitzende des Ausschusses
für "Präventive Zahnheilkunde", Dr. Dietmar
Oesterreich, dafür aus, heute weitgehend auf die Fluoridierung
der Zähne in Tablettenform zu verzichten.
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Genügend Fluor in Nahrungsmitteln
vorhanden
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Anlass für die Pressekonferenz gaben die
neuesten Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für
Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) zum Umgang mit Fluoridtabletten.
So könne die Tablettenfluoridierung zwar nicht unter
den Tisch fallen, aber in vielen Fällen darauf verzichtet
werden. Fluoride haben in den letzten Jahren einen immer größeren
Anteil in vielen Nahrungsmitteln erreicht. Man denke dabei
an fluoridiertes Speisesalz, Mineralwässern und an die
fluoridierten Zahnpasten.
Unbestritten sei aber nach wie vor der kariesverhütende
Effekt der Fluoride in der Zahnheilkunde, doch wird der Einfluß
der Fluoridtabletten dabei geringer eingeschätzt.
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Individuelle Fluoridanamnese
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Zahn-und Kinderärzte sollen
demnach mit einem individuellen Fluoridbefund abklären,
wieviel Fluor schon durch die tägliche Nahrung aufgenommen
wird. Dabei sind fluoridhaltige Mineralwässer zur Zubereitung
von Säuglingsnahrung genauso zu beachten, wie fluoridiertes
Speisesalz, Sojaprodukte und Zahncremes.
DGZMK wie auch BZÄK sprachen sich für eine Ausweitung
der Fluoridierung von Speisesalz aus, da auf diese Weise ein
großer Teil der Bevölkerung abgedeckt werden können.
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Fluortabletten nur bei Risikogruppen
verschreiben
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Für Kinder mit hohem Kariesrisiko und
für Familien bei denen die Eltern nicht willens oder
in der Lage sind die Mundhygiene ihrer Kinder zu unterstützen,
sei die Fluorprophylaxe mit Tabletten weiterhin ein sinnvolles
Instrument zur Kariesvermeidung. Dabei können Risikokinder
aber nur als solche erkannt werden, wenn ein regelmäßiger
Zahnarztbesuch stattfinde.
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In den letzten Jahren wurde die Fluorprophylaxe
durch fluoridierte Zahncremes, Speisesalz, Mineralwässern
und lokal wirksamen Gelen und Lacken höher bewertet,
als die systemische Gabe von Fluor in Form von Tabletten.
Dieser Trend geht nun soweit, daß in vielen Fällen
ganz auf Fluortabletten verzichtet werden könne. Hierbei
sollen Zahn-und Kinderärzte aber eine individuelle Fluoranamnese
erstellen. Falls sich dabei heraustelle, daß nur unzureichende
Mengen an Fluor aufgenommen werden, können im Einzelfall
Tabletten zur Kariesprophylaxe verschrieben werden.
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